Demenzen

Demenzen

Der Begriff Demenz leitet sich vom lateinischen Wort demens ab, das übertragen „ohne Geist“ heißt und einen Verlust von Leistungen der höheren geistigen Fähigkeiten beschreibt, der krankheitsbedingt auftritt. Bei betroffenen Patienten sind die kognitiven Fähigkeiten, zum Beispiel Erkennen, Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Lernen und Planen sowie durchaus auch emotionale und soziale Fähigkeiten deutlich beeinträchtigt.

Die häufig fälschlicherweise synonym genannte Alzheimererkrankung macht ca. 60% aller Demenzen aus und stellt somit die häufigste Ursache des erworbenen Gedächtnisverlustes dar. Darüber hinaus gibt es jedoch auch vaskuläre (ca. 10-15%) Demenzen, für die eine Schädigung der Gefäße durch arteriosklerotische Vorgänge ursächlich ist. Zudem existieren Mischformen zwischen vaskulären Demenzformen und der Alzheimerdemenz. Ca. 10-15% aller Patienten leiden an Demenzen vom Levy-Körperchen-Typ. Sie sind dadurch charakterisiert, dass im Gehirn der Betroffenen neben den typischen Plaques und so genannten Neurofibrillen noch weitere Eiweißablagerungen, die Levy-Körperchen, gefunden werden können. Das Spektrum der demenziellen Erkrankungen wird weiterhin ergänzt durch frontotemporale Demenzen und kognitive Störungen bei Depressionen.

Die Tatsache, dass verschiedene Demenzformen medikamentös behandelt werden können, macht es so wichtig, dass die Erkrankung früh erkannt wird. Ist die Diagnose gestellt, werden in einem ersten Schritt medikamentöse Therapien eingeleitet. Ebenso bedeutend ist aber auch, dass Angehörige mehr über die Krankheit und ihre Folgen erfahren, damit sie mit der neuen Situation umgehen und sich bei Bedarf an Selbsthilfeorganisationen wenden können. Die Behandlungsoptionen bei dementiellen Erkrankungen sind begrenzt, sodass weitere Therapien, aber auch Maßnahmen zum möglichst frühzeitigen Erkennen der Krankheit dringend erforscht werden müssen.