Laufende Projekte

Expressionsanalyse einzelner Liquorzellen mittels RNA-Sequenzierung

Projekteiter:  PD Dr. med. Gerd Meyer zu Hörste (Klinik für Allgemeine Neurologie) |  Förderungsjahr: 2015

Der Liquor cerebrospinalis (kurz: Liquor) ist eine Flüssigkeit, die das Gehirn und Rückenmark umgibt und diese schützt. Untersucht man die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Liquor, so lassen sich daraus Rückschlüsse über Entzündungen des Nervensystems ziehen. Die Leukozytenzahl im Liquor ist jedoch extrem gering - unter normalen Bedingungen mehr als 1000-fach kleiner als die Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut. Damit können bei einer einzelnen diagnostischen Lumbalpunktion nur maximal wenige tausend Zellen zur Analyse gewonnen werden.

So wenige Zellen lassen sich nur schlecht Standardmethoden untersuchen. Eine genomweite Genexpressionsanalyse von einzelnen Liquorzellen hat es daher in der Wissenschaft noch nicht gegeben. In den vergangenen Jahren wurde jedoch eine Methode entwickelt, mit der genau das möglich ist: die RNA-Sequenzierungs-Technologie. Mit dieser Methode könnte eine Vielzahl neuer biologischer und medizinischer Fragen beantwortet werden. Im Rahmen des geplanten Projektes werden wir diese neue Technik in Münster etablieren und auf Liquorzellen anwenden. Unter anderem kann dann untersucht werden, wie sich das Expressionsprofil von Liquorzellen bei neurologischen Erkrankungen und Therapien verändert. Dies kann in Zukunft ein neues Verständnis neurologischer Erkrankungen ermöglichen. So lassen sich unter Anderem neue Marker finden, mit denen man feststellen kann, wie weit eine Krankheit fortgeschritten ist, oder ob eine Therapie wirkt.

Entzündungssignaturen neurologischer Erkrankungen über detaillierte Immunphänotypisierung mittels Multiparameter Durchflusszytometrie-Matrix-Analysen

Projekteiter: Dr. rer. nat. Catharina Groß und PD Dr. med. Luisa Klotz (Klinik für Allgemeine Neurologie) |  Förderungsjahr: 2015

In den vergangenen zehn Jahren konnte die Bedeutung des Immunsystems sowie von Fehlern in dessen Regulation bei einer ganzen Reihe von Krankheiten festgestellt und beschrieben werden. Dies gilt vor allem für klassische neuroimmunologische Erkrankungen wie die Multiplen Sklerose (MS), die chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) oder die Entzündung des Sehnerven - Neuromyelitis optica (NMO).
Interessanterweise haben hochrangige Wissenschaftler in immer mehr Studien Hinweise darauf gefunden, dass eine Fehlfunktion von Zellen im Immunsystem auch an der Entstehung sowie dem Verlauf einer Reihe anderer - nicht-entzündlicher - neurologischer Erkrankungen beteiligt sein könnte. Hierzu gehören ganz unterschiedliche Diagnosen wie die der Schlaganfall und Hirntumoren. Aber auch neurodegenerative Entwicklungen wie die Alzheimer-Demenz oder der Morbus Parkinson sind davon betroffen, zudem das durch Epilepsie hervorgerufene Absterben von Nervenzellen. Ziel dieses Projekts ist es, mit Hilfe der Durchflusszytometrie die Zellen betroffener Patienten sichtbar zu machen und zu untersuchen.So sollen Zellprofile der verschiedenen Krankheiten erstellt werden. Anhand derer lassen sich krankheitsbedingte Veränderungen des Immunsystems feststellen. Dies kann Grundlage für die Entwicklung neuer Therapien sein. Die Durchflusszytometrie eignet sich besonders gut als Methode für diese Untersucuhungen: Mit ihr können auch sehr kleine Zellmengen anlysiert werden, wie sie sich zum Beispiel in Nervenwasserproben finden. Da der Liquor das Gehirn umspült, spiegelt es besser als das Blut krankheitsbedingte Veränderungen wieder.  

 

Elektroenzephalographie bei autoimmunen Enzephalitiden

Projekteiter: Dr. med. Nico Melzer (Klinik für Allgemeine Neurologie) | Förderungsjahr: 2014

Die Autoimmunenzephalitiden repräsentieren eine wachsende Gruppe autoimmun-entzündlicher Erkrankungen der grauen Substanz des zentralen Nervensystems, die zu epileptischen Anfällen, neurokognitiven und psychiatrischen Störungen führen. Ziele des Forschungsvorhabens sind eine genaue Charakterisierung der klinischen Symptome und elektroenzephalographischen wie auch liquorchemischen und bildgebenden Befunde in Abgrenzung zu anderen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen und damit ein vertieftes Verständnis der Immunpathogenese mit der Möglichkeit gezielter immuntherapeutische Ansätze zur Behandlung dieser Erkrankungen.

Die bildmorphologische, laborchemische und klinische Charakterisierung von Patienten mit demenziellen Syndromen:
Ist eine frühe, präklinische Diagnose möglich?

Projekteiter: PD Dr. med. Thomas Duning (Klinik für Allgemeine Neurologie) | Förderungsjahr: 2011

Demenzerkrankungen treffen derzeit etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland und nach neuesten Zahlen ist mit einem weiteren Anstieg der Zahl von Demenz Betroffener zu rechnen. Daher steht die frühe Diagnose und damit die Möglichkeit zur rechtzeitigen Therapie an erster Stelle bei der Bekämpfung von Demenzerkrankungen. Durch die Förderung des vorgeschlagenen Projekts können Strategien sowohl hinsichtlich bildgebender Verfahren als auch der neuropsychologischen wie klinischen Charakterisierung und der laborchemischen Zusatzdiagnostik entwickelt werden. Ziel ist, dementielle Entwicklungen bei Patienten noch früher zu diagnostizieren und so zum bestmöglichen Zeitpunkt einer Therapie zuzuführen.